Mein Auslandsjahr als AuPair bei den Kiwis

 

Eine Reise von tausend Meilen
beginnt mit einem einzigen Schritt.

Lao-tse (4. Jahrhundert v.Chr.)

Blog

Und somit ist eine weitere Woche im Norden Neuseelands vergangen und mir liegt nur noch eine Woche zum Reisen bevor. Ich hatte eine unglaubliche vergangene Woche die soeben zu ende gegangen ist, also lass ich doch alles noch einmal Revue passieren.

Nachdem ich morgens um 4:00Uhr im Hostel in Tauranga aufgestanden war um Fußball zu gucken (Germany-France), welches sich ja sehr gelohnt hatte, machte ich mich mittags, nach Verabschiedung von Wanda und Tobi, auf den Weg nach Whakatane. Whakatanie liegt östlich von Tauranga an der Bay of Plenty und ist wohl eher eine Sommerdestination, doch ich hatte mich in die White Island Explorer Tour eingebucht, welche ich am nächsten morgen früh beginnen sollte. Auch dieses Mal traf ich interessante und nette Menschen in meinem Hostel. Somit verbrachte ich meine nächsten zwei Nächte nicht ganz so gelangweilt, wohl eher unterhaltsam mit Fernseh schauen und netten Unterhaltungen mit einem 27 Jährigen Neuseeländer, welcher Free Climb Instructor ist und schon fast die ganze Welt bereist hat um adrenalinreichen Abenteuern hinterher zu jagen.

Am Sonntagmorgen ging es dann ab aufs Boot um White Island, mehrere Kilometer von der Küste gelegen, zu erkundigen. Die 80 minütige Bootsfahrt gestaltete sich eher ruhig und ohne starken Wellengang doch mit guter Aussicht! Überraschender Weise sollten wir diesen Tag auch Begleitung von mindestens 50-60 Delphinen bekommen, die mit unserem Boot für ein gutes Stück mitschwammen. Auf White Island angekommen, bekamen wir alle „Hardhats“ und „Gasmasks“, da ich erwähnen muss, dass White Island, die einzige aktive Vulkaninsel in Neuseeland ist. Hier bekamen wir nun eine 2 Stündige Tour um die Insel herum und  an den Hauptkrater. Auf unserem Weg sollten wir Sulfur zu probieren bekommen und durften zwei „Fresh-Water-Streams“ austesten. Am Ende der Tour angekommen ging es zurück aufs Boot, auf dem es dann Lunchpacks gab und wir uns nun wieder auf den Weg zum Hafen nach Whakatane begeben konnten.

Montagmorgen schnappte ich mir dann den Bus und fuhr nach Rotorua um mich mit Brittany wieder zu treffen.  Und hier befinde ich mich im Moment immer noch, man kann also sagen: Ich fühle mich hier sau wohl! Das Hostel, Blarney’s Rock Backpacker, ist super gemütlich und gut ausgestattet! Auch hier sollte man wieder nette Bekanntschaften machen, bei denen man am Ende herausstellt, dass man diese sehr vermissen wird! Angekommen in Rotorua ging es für Brittany und mich in den Hobbiton Tour Bus um nach Matamata zu fahren und das Hobbitreich zu betreten. Auch hier hatten wir eine 2 Stündige Tour mit anschließendem freiem Bier im „Dragon-Inn“, Neuseelands meist Besuchtem Pub.

Am Abend zurück im Hostel angekommen, trafen wir dann Sean, 24 Jahre alter Amerikaner aus California. Mit ihm verstanden wir uns den Abend und die halbe Nacht beim Karten spielen und Gin trinken so gut, dass wir den nächsten Tag zusammen auf Erkundungstour in Rotorua gingen. Am Abend hatten wir dann geplant das Polynesian Spa zu besuchen, doch aufgrund von horrenden Preisen, verwarfen wir den Gedanken ganz schnell wieder.  Dies bekam Tom zu hören, 27 Jahre alter Engländer, welcher uns dann anbot zu einem anderen Spa zu fahren, da er ein Auto besaß und auch „keen“ war ein abendliches Bad zu nehmen. Da die anderen Spas jedoch ebenfalls sehr überteuert waren bekamen wir nach einigem recherchieren einen Geheimtipp zu hören. Dies bedeutete: Badesachen anziehen, ab ins Auto und los! Nach 30 minütiger fahrt bogen wir laut Wegbeschreibung auf eine mit Schlaglöchern übersehte „Gravelroad“ ab, welche uns nach 2,2km zu einem kleinen Parkplatz führte. Nun stapften wir also im stock dunkeln durch den Wald und endeten an einem unbeschreiblich wundervollem und magischen Ort. Der sich durch den Wald schlängelnde Fluss, viel nun einen Wasserfall hinunter und bildete darunter einen großen Pool. Aufgrund der sehr dünnen Erddecke in Rotorua und Umgebung war der Naturelle Pool also ca. 27°C warm. Unglaublicher Abend! Wir vier genossen  ein 2 Stündiges, warmes Bad „in the middle of nowwhere“ unter einem Wasserfall in eisiger kälte und im stock dunklen. Unbeschreiblich!

Hiermit waren wir vier unzertrennlich für die nächsten gemeinsamen Tage. Gestern begaben wir uns auf kleinere Wanderungen zu Wasserfällen und Seen. Auch hier sollten wir unseren Spaß haben. Da Sean in den 7°C kalten Trout Pool auf unserer Wanderung springen wollte, konnte ich es auch nicht länger abwarten und sprang hinterher, welches Brittany nach einiger Überzeugungskraft dann auch tat. Nur Tom konnte das kalte Wasser nicht überzeugen. Am Abend ging es dann mit einigen Biers an unsere Geheimstelle, die wir für die ersten Minuten nicht für uns alleine hatten doch als es so all mehlig dunkel wurde, konnten wir auch diesen Abend, diesmal mit der 22 Jährigen Französin Agath im Schlepptau, das Baden genießen. Nach Glorreichem 7:1 für Deutschland, war ich gestern  in so guter Laune, dass ich nach dem Baden für alle Dinner kochte. Lasagne und Apple Crumble für Dessert. Mit viel Wein und anderen Spirituosen, sehr lustigen Trinkspielen, feiern im Lava Club und viel Spaß und guten Unterhaltungen, begaben wir uns dann morgens um halb 6 ins Bett. Doch alle tollen Zeiten gehen auch einmal vorüber, sodass wir uns heute Morgen voneinander verabschieden mussten, da jeder seine eigenen Pläne verfolgt und weiter reist.

Ich denke dies ist das tolle oder auch traurige am Reisen. Man lernt viele interessante und besondere Menschen kennen und da man das gleiche erlebt und durchmacht, ist man sehr offen miteinander und unternimmt Sachen, die man normalerweise niemals mit „fremden“ Leuten unternehmen würde. Dies sind Freundschaften, die sich schnell bilden, für kurze Zeit unglaublich sind und so schnell aufhören wie sie angefangen haben. Man hat gemischte Gefühle und ist traurig wenn die Zeit vorbei ist, doch man hat tolle Geschichten zu erzählen und Momente in Erinnerung, die mit diesen Bekanntschaften nur umso unglaublicher werden und ich denke dies ist der Sinn am Reisen. Jeder Ort Erinnert mich nun an eine andere Geschichte voller Erlebnisse und Bekanntschaften und dies macht das Reisen interessant. Ich freue mich auf meine letzte Woche auf der Nordinsel aber auch auf meine Familie in den darauf folgenden Tagen, da ich diese sehr vermisse!

Bis Bald!

Eure Lena

Here I am now, up North for a wee bit more than 3 Weeks! Mit großer Vorfreude, aber auch kleinem Abschiedsschmerz ging es vor einer Woche in den Norden nach Auckland. Schon im Flieger machte ich meine erste Reisebekanntschaft: Brittany und Anna. Beide AuPairs in Oamaru (1 Stunde von Dunedin), für die es nun auf die Nordinsel gehen sollte um eine Woche zusammen zu Reisen, da es für Anna am 03. Juli von Auckland aus nachhause ging. Unerwartet, gestaltete sich der Flug also interessant und lustig. Erster Zufall war unser nächster gemeinsamer Reisestopp in Paihia, welchen wir alle mit dem Nakedbus anfuhren und die geplante Reise nach Cape Reigna mit dem gleichen Touroperator. Damit war die Sache eigentlich klar: wir bleiben für die nächsten Tage zusammen und reisen gemeinsam rum!

In Paihia angekommen, traf ich mich dann wie geplant mit Andrea, die zuvor schon für 4 Tage in den Bay of Islands Urlaub gemacht hatte. Zusammen unternahmen wir eine kleine Kajak-Tour  und eine Spritztour mit dem Fahrrad und blieben dann für 2 Tage in der Peppertree Lodge. Unglücklicherweise, sollten sich die nächsten Tage mit viel Regen gestalten sodass wir die meiste Zeit in unserem Hostel verbrachten. Aufgrund des Wetters, konnte mich die so hoch gelobte Urlaubsregion der Neuseeländer, leider nicht sehr überzeugen.  Da das Meer durch den ganzen Regen eher Braun als Türkis war und man durch Wolken kein Stück blauen Himmel sehen konnte, war ich froh mich am zweiten Tag in den Bus zu setzten und Richtung Cape Reigna zu begeben. Diesen Tag sollte das Glück auf unserer Seite sein. Es regnete nur während der Busfahrt und sobald wir aus dem Bus ausstiegen klärte der Himmel auf und die Sonne zeigte sich. Andrea, Brittany, Anna und ich verbrachten also einen schönen Tag am Cape (Nördlichster Punkt von Neuseeland). Dort blieben wir für 1 Stunde und danach begaben wir uns mit dem Bus zum 90 Mile Beach, welcher eigentlich 99 Miles lang ist.

Nächster Stopp waren die riesen Sanddünen am Anfang des Strands (ich wusste erst gar nicht, dass Neuseeland Sanddünen besitzt, die so groß sind, dass man denkt, man ist in der Wüste gelandet!). Hier verbrachten wir einige Zeit mit Sandboarding. A lot of fun guaranteed! Dies war ein guter Ausgleich zum langem im Bus sitzen. Wir liefen einige male die riesigen Sanddünen hinauf und surften dann, auf unserem Bauch liegen, mit kleinen Surfbrettern die Düne hinunter. Beim ersten Mal starteten Andrea und Brittany einige Sekunden vor mir und da ich sie einholen wollte und deshalb nicht bremste, schoss ich an ihnen vorbei ohne zu Bemerken, dass ich ein wenig zu weit rechts war und die Düne nicht samt auslief sondern abrupt aufhörte und es einen 1,50m hohen Absatz nach unten ging.  Mit viel Speed schoss ich nun also an den beiden vorbei und lachte mir ins Fäustchen, da ich sie eingeholt hatte, doch nachdem ich dann mit Bauchklatscher 1,50m ins nichts viel, waren es die anderen, die Lachten! Die nächsten Male hielt ich mich dann ein wenig weiter links auf, auch wenn ich über meinen Bauchklatscher selbst einige Minuten zu lachen hatte.

Nach dem Sandboarding ging es dann mit dem Bus für 70 Meilen über den Strand. Ja, mit dem Bus! Dieser war kein normaler Bus, wohl eher ein Truck, umgebaut zu einem Bus. 90 Mile Beach: Unglaublich schöner Strand, der Meilen und Meilen lang ist und man nichts anderes sieht außer Strand, die Sanddünen in der Ferne und wenn man glück hat, einige Wildpferde die sich im nahegelegenen Wald und den Gräsern der Dünen aufhalten. Dieser sehr gelungene Tag wurde mit leckerem, frischem Fish & Chips beendet und einem guten Schlaf in dieser Nacht.

Am nächsten Tag regnete es wieder und ich begab mich auf den Weg nach Auckland. Auch Andrea tat dies. Sie musste jedoch zum Flughafen um zurück nach Dunedin zu fliegen. Angekommen in Auckland, checkte ich in mein Hostel ein, aus dem ich jedoch schnell wieder hinausrannte! Da mein Bett voll mit Haaren war, die Küche unglaublich dreckig und nur einen Teller besaß und das Bad zum schreien aussah, packte ich meine Tasche, entschuldigte mich an der Rezeption, ich könnte hier nicht übernachten und machte mich dann auf die Suche eines neuen Backpackers. Da ich geplant hatte mich mit Brittany und Anna wieder zu treffen, checkte ich also im gleichen Hostel und Raum wie diese ein und verbrachte den restlichen Tag mit dem Erkundigen von Auckland. Nach einem Jahr in Middlemarch muss ich jedoch sagen, ich kann große Städte nicht mehr ausstehen. Dieser Tag gestaltete sich für meine nerven also eher Stressig und ich war froh am nächsten Tag mit dem Bus auf die Coromandel Peninsula zu fahren um der großen Stadt und dem Trubel zu entkommen.

Am Abend angekommen besuchten Anna, Brittany und ich die Cathedral Cove (Drehort von Narnia) und am nächsten Tag ging es weiter zum Hot Water Beach. Natürlich noch immer Regen!  Dieser sollte uns am Hot Water Beach jedoch nicht allzu stören, da der Name Programm ist. Sobald es Ebbe ist, kann man an diesem Strand seine Schaufel auspacken und sich ein Loch graben. In dieses setzt man sich dann hinein und genießt seine eigene Naturelle „Hot Tub“. Dies ist jedoch nicht ganz so einfach, da das Wasser bis zu unglaubliche 64°C heiß ist! Nach einigen verbrannten Fußsohlen, muss man also einsehen, dass man sich ein Zweites Loch buddeln muss, an einer kalten Stelle des Strandes und das kalte Wasser in das heiße Wasser leiten sollte. Hier verbrachten wir also eine Stunde mit Buddeln und Baden und blieben dann für zwei Nächte im Mehrbettzimmer auf dem schönen Campingground am Hot Water Beach. Der Zweite Tag gestaltete sich also mit Fußball gucken (Germany – Algeria) am Morgen und großem nichts tun am nächsten Tag. An diesem Punkt war ich dann schon etwas deprimierter, da ich das Gefühl hatte, dass schlechte Wetter verfolge mich und laut Wettervorhersage, war auch kein Gutes in Sicht.

Mittwoch begab ich mich dann mit dem Bus nach Tauranga an der Bay of Plenty, nun wieder alleine am Reisen, da Anna von Auckland nach Hause flog und Brittany mit ihr mit kam um sie zu verabschieden. Tauranga war nun aber Wichtig, da ich eine größere Stadt brauchte, in der ich Lebensmittel einkaufen konnte um die nächste Woche über die Runden zu kommen. Meine Vorräte waren nämlich alle aufgebraucht und mein Dinner die letzte Nacht am Hot Water Beach bestand aus einer Kartoffel (aber recht große Kartoffel), die ich dann zu Kartoffelbrei verarbeitete um etwas mehr aus ihr zu machen! In Tauranga begab ich mich also im Regen zum Wocheneinkauf und dann ins Hostel. Nachdem ich hier kurz vorm Weinen war, da ich meine Gastfamilie vermisse und mir das Wetter zum Hals raushing, telefonierte ich mit Murray für eine etwas längere Zeit, der mir meine Laune wieder etwas verbesserte. Des Weiteren traf ich im Hostel auf eine deutsche und einen tschechischen „Work and Traveler“, welche zusammen am rumreisen sind. Mit diesen verstand ich mich auf anhieb gut, sodass ich meine schlechte Laune ein wenig vergaß.

Meine Laune sollte sich heute aber schlagartig ändern! Die Regenwolken verschwanden und die Sonne und der strahlend blaue Himmel ließen sich nach einer Woche wieder zeigen! Diese Möglichkeit nutze ich also, um mit dem Bus nach Mt Maunganui zu fahren (8km von Tauranga) um den 203m hohen Berg zu besteigen. Auf meinem Weg zum Gipfel lernte ich dann 3 neuseeländische Brüder kennen, alle in ihren „late sixties“, mit denen ich mich so gut verstand, dass ich den ganzen Track mit ihnen zusammen blieb. Unten wieder angekommen, luden sie mich noch auf einen Tee und Kuchen ein. Mein Tag hätte also gar nicht besser starten können. Nach meinem Morning -Tea verabschiedete ich mich dann von den Brüdern und wanderte am Strand entlang und anschließend den anderen Weg um den Berg herum. Nach einigen Kilometern auf und um den Berg und durch das kleine Städtchen, gönnte ich mir dann also ein Eis in der Gelateria. Dort setzte sich eine ältere Dame an meine Tisch mit der ich schon bald eine nette Konversation begann. Nachdem ich ihre Lebensgeschichte gehört hatte, in der sich herausstellte, dass sie nicht 70 Jahre alt war, so wie sie aussah, nein 90 Jahre und sie meine über mein Auslandsjahr, bot sie mir an mich zurück zu meiner Jugendherbere zu fahren, da diese auf dem Weg zum Altenheim lag. Ich muss sagen, ich war ein wenig beängstigt, da ihr Auto mehrere Dellen und Schrammen hatte und sie etwas zu weit am Straßenrand fuhr und wir einige Male an gehupt wurden, aber ich meine, immerhin hatte ich eine nette Heimfahrt und sparte das Geld für den Bus.

Mein Abendessen verbrachte ich dann mit Wanda und Timo (den „Work and Travelern“) bei dem wir beschlossen, ich verlängere meinen Aufenthalt um eine Nacht und verschiebe meine ganzen Pläne und Buchungen um einen Tag, um morgen Nacht um 4:00 Uhr zusammen Germany vs. France zu sehen.

Nun sitze ich also in der Jugendherberge und freue mich auf die kommenden Tage, die Wetter mäßig vielversprechend aussehen. Meine Laune ist wieder da wo sie sein sollte und ich bin gespannt wen ich morgen kennenlerne.

Bis ganz bald!
Eure Lena

Lange ist mein letzter Blogeintrag her und ich muss zugeben, ich bin ein wenig faul geworden, doch da ich bald wieder Zuhause bin und es nicht mehr viele Blogeinträge geben wird, dachte ich mir Berichte ich doch über meine fantastische vergangene Woche in Nelson und auf D’Urville Island.

 

Nachdem die Hauptsaison auf dem Central Otago Railtrail nun endlich vorbei ist, die Cafés so langsam über den Winter schließen und kaum noch ein Fahrradfahrer zu sehen ist, gehen auch wir in Winterpause. Winterpause bedeutet jedoch nicht es ist nichts zu tun, nein im Gegenteil! Pip ist wie immer tatkräftig an ihrem Computer beschäftigt um alle E-mails zu beantworten und Itineries für die kommende Saison zu erstellen und Dave darf sich um die Fahrräder kümmern und diese Reparieren und durchchecken, sodass diese für die nächste Saison fit sind. Außerdem haben wir viele unserer Fahrräder verkauft, also müssen diese eingepackt und verschickt werden. Ende Juli begibt sich Dave dann mit seinem Vater Brian auf den Weg nach Taiwan, um neue Bikes zu Designen und eine Containerladung (ca. 150 Bikes) mit nach Hause zu bringen. Man merkt, der Laden läuft gut und es wird immer besser und besser!

Winterpause bei uns heißt jedoch auch, dass wir nun etwas mehr Zeit haben Familiendinge zu unternehmen. Da wir den Shop einfach schließen können, können wir uns wann immer wir wollen auf den Weg begeben um Fun-Sachen zu unternehmen. Oft gehen wir deshalb zu Oma Liz auf die Farm um die Pferde zu füttern und zu reiten oder übers Wochenende nach Invercargill um Daves Bruder Glen und seine Familie zu besuchen. Highlight war jedoch unser Urlaub vergangenen Woche in Nelson und auf D’Urville Island.

Am 10.Juni hieß es für Jules, Pip, Dave und mich, ab zum Flughafen! Für Jules war dies alles sehr aufregend, da er das erste Mal in einem Flugzeug war (und dann gleich vier Mal! -2 Hin- und Rückflüge). Nach kurzer Zwischenlandung in Christchurch kamen wir endlich in Nelson an. Dort verbrachten wir 3 Nächte in einem der eher teureren Apartments direkt am Strand. Jules und ich erkundigten diesen natürlich des Öfteren und hatten viel Spaß in der großen Parkanlage mit Spielplatz, Streichelzoo und BMX-Track. Mama und Papa stießen manchmal zu uns dazu, manchmal saß Pip auch im Apartment am Laptop (natürlich wird die Arbeit im Urlaub nicht Zuhause gelassen) und Dave ging auf Fahrradläden Erkundungstour in die Stadt und an einigen Abenden waren Jules und Ich allein Zuhause und Pip und Dave konnten nach langer Railtrail Saison einige Dinner zu zweit genießen.

Am dritten Tag vierließen wir Nelson und fuhren 2 ½ Stunden nach French Pass. Diese fahrt sollte sich sehr lustig gestalten wurde aber durch die vielen Kurven etwas unangenehm, nachdem Jules nach halbem Weg schlecht wurde und sich im Auto übergab. Auch ich legte mich fast neben Jules, da mir die Kurven und anschließend der etwas säuerliche Geruch im Auto nicht ganz zu gute kamen. Nach großem „Clean up“ ging es mit offenen Fenstern weiter nach French Pass. Angekommen, beluden wir die Fähre und fuhren auf D’Urville Island.

D’Urville Island is spectecular! Es ist immer noch Neuseeland Pur, da keine Touristen auf die Insel kommen. Auch wir waren keine richtigen Touristen, da wir Pips beste Freundin Jennett und ihren Mann Steve, sowie Kind Jonty (3 Jahre), besuchten. Diese betreiben eine der ca. 5 Farmen auf der Insel. Nach 1 Stunde Autofahrt über die Insel kamen wir also auf der Owhai Bay Farm an. It‘s Amazing! Jennett und Steve haben ihr Haus direkt am Strand. Nebenan befindet sich ein weiteres Haus (Shearer Quaters) und neben diesen ein weiteres Haus, welches dem österreichischem Eigentümer gehört. Dieser hat aber keine Ahnung vom Farmen, jedoch viel Geld, besitzt also nur das Land und nutz sein Haus als Holidayhome. Jennett und Steve managen die Farm für ihn.

Wir verbrachten 2 ½ Tage auf D’Urville Island, die sich für mich als ein einzigartiges Kiwi-Erlebnis herausstellten. Den ersten Tag gingen wir mit einem der Boote der Familie raus in den Sound um angeln zu gehen. Ich dachte immer Angeln ist langweilig, doch auf D’Urville Island wird es das niemals! Hier gibt es so viel Bluecod, dass man mindestens alle 2 Minuten einen Fisch an der Angel hat und dies hatte ich auch. Nur um ein wenig zu prahlen: Ich war der Angelstar des Tages! Die meisten Fische und die Größten gingen in meinen Eimer! Den nächsten Tag fuhren wir mit den Quads um die Farm herum und auf die Klippen hinauf um viele außergewöhnlich, schöne Aussichten zu genießen. It was stunning! Abends beendeten wir den Tag mit einem Lagerfeuer am Strand und Würstchen und frisch gefischtem Bluecod. Ich durfte meinen selbst geangelten und filetierten Fisch genießen!

Nach der dritten Nacht ging es mittags wieder zurück nach Nelson um dort noch eine Nacht zu verbringen und am Dienstagmorgen mit dem Flugzeug über Wellington zurück nach Dunedin zu fliegen. Wir alle hatten eine fantastische Zeit, freuten uns jedoch nach einer Woche wieder Zuhause im eher kälteren Middlemarch anzukommen.

Für mich geht es schon ganz bald wieder auf Reisen, da ich meine Familie am Mittwoch verlassen und dann nach Auckland fliege um die Nordinsel zu bereisen. Ich freue mich schon sehr auf neue Abenteuer! Mein Plan ist es von Auckland nach Paihia zu fahren und dort Andrea zu treffen, die für eine Woche Urlaub im Northland macht. Zusammen werden wir Cape Reigna besichtigen und 2 Tage verbringen. Sie macht sich dann wieder auf den Weg nach Dunedin und ich begebe mich in den Bus um den Rest der Nordinsel zu sehen. Es ist nichts geplant, ich werde also jeden Tag aufs Neue entscheiden wo es hingeht. Einzige Beschränkung ist mein Rückflug von Wellington nach Dunedin am 18.Juli.

Die letzten 5 Tage verbringe ich dann in meiner Familie, welche mich am 23.Juli nach Christchurch fährt und am nächsten Tag am Flughafen verabschiedet. Bis dahin werde ich mich sicherlich wieder bei euch melden, da ich meinen Laptop mit auf die Nordinsel nehme und hoffentlich einige Blogeinträge verfassen kann, während ich abends in meinen Hostels sitze.

Bis ganz Bald! Eure Lena xxx
 

Ich muss sagen, ich kann mich ziemlich glücklich schätzen. Bisher habe ich schon viel von der Südinsel gesehen (Nach diesem Trip alles außer Stewart Island) und habe meine verschiedenen Touren mit den verschiedensten Leuten verbracht, sodass es niemals langweilig wurde und jede Tour etwas Besonderes war. Mein letztes langes Wochenende war ich also mit Max und Lukas unterwegs. Lukas habe ich vor einigen Wochen im Zug kennengelernt und ihm einen 2 Monate Job bei uns in der Cycle Surgery verschafft. Da Pip ihm die gleichen Tage wie mir frei gibt, ermöglicht sie uns, gemeinsame Touren und Abenteuer zu unternehmen.

Unser Trip begann also am Mittwoch. Nach der Arbeit, machten Lukas und ich das Auto startklar und fuhren nach Queenstown um dort Max anzutreffen, der mit seiner allein Reise fertig war. Nach etwas Feiern und einem guten Schlaf, begaben wir uns am nächsten Morgen auf unseren Weg. Unser Motto: Der Weg ist das Ziel! Geplante Route: Von Queenstown nach Wanaka über den Haast Pass die Westküste entlang bis nach Greymouth und dann über den Arthurs Pass nach Christchurch und zurück nach Middlemarch. Auf dem Weg hatten wir einige sehenswerte und lebensmüde Stopps eingeplant, sodass es ein interessanter Roadtripp werden sollte.

Interessant wurde er auch! Als erstes ging es durch den wunderschönen Haast Pass, welcher durch den Mount Aspiring National Park führt. Im National Park, machten wir dann auch unseren ersten Stopp an den „Blue Pools“. Der Name sagt es ja eigentlich schon, ein River der kleine Pools gebildet hat, die so blau und klar sind, dass man bis auf den Grund schauen kann. Sehr sehenswert!

Von dort aus ging es dann durch den Ort Haast an die Westcoast. Entlang der Westcoast hatten wir nun unseren zweiten Stopp. „Bruce Bay“ entpuppte sich als ein sehr schöner und verwilderter Strand mit viel Treibholz aus dem man faszinierende Figuren und Formen bauen konnte. Nach unserem Strandbesuch ging es dann weiter entlang der Küste bis zum Fox Glacier Village. Dort unternahmen wir einen kleinen, 50 minütigen Abend Spaziergang um den Lake Matheson, an welchem man die vielen Postkarten Fotos machen kann. Wenn man Glück hat und es ein schöner Tag ist, spiegelt sich MtCook und MtTasman im See. Wir hatten zwar etwas Wind und Wolken konnten MtCook jedoch trotzdem sehen (sehr erfreulich für mich, da ich MtCook noch nicht gesehen hatte, nachdem das Wetter über Silvester mit den Mädels nicht allzu gut war). Übernachtet wurde dann in einem Backpacker. Doch bevor es ins Bett ging, kochten Max, Lukas und ich uns (so wie jeden Abend) etwas Leckeres zu Essen (meistens Reis mit Curry oder ein Kartoffelecken und Kartoffelbrei) und am Morgen gab es lecker Porridge um gut gestärkt in den neuen Tag zu starten.

Gut gestärkt sollten wir am Freitagmorgen auch sein, denn für Lukas und mich ging es an diesem Tag hoch hinaus! Unser Skydive über dem Fox Glacier stand uns bevor! Max musste leider am Boden bleiben und Kameramann spielen, da er auf seiner Reise zuvor zu viel Geld ausgegeben hatte und sich den Sprung aus dem Flugzeug nicht leisten konnte. Morgens um 10 Uhr begaben wir uns also an den Flugplatz um dann mit den anderen Leuten aus unserer Gruppe ein „Safety Briefing“ zu erhalten und in die Flugkleidung gesteckt zu werden. Meiner Meinung nach sagen wir alle sehr süß aus! Mit Helm und Fliegerbrille, wie ein kleiner Hamster mit dicken Bäckchen (zu denen die 7kg mehr auf den Rippen natürlich auch nochmal was dazu tragen). Nun gut, wir konnten über uns schmunzeln und somit gut gelaunt und etwas angespannt in das Flugzeug einsteigen.

Für Lukas, mich und einen Holländer ging es nun also 16,000ft (5000m) in die Höhe. Alleine der „Scenic Flight“ vor unserem Sprung war es das Geld wert. Mit wundervollem Ausblick auf den Mount Cook (die ganzen Southern Alps), den Foxglacier, das Meer auf der anderen Seite und ansteigender Höhe öffnete sich nach 10 Minuten die Tür des Flugzeuges. Jetzt wurde es Ernst und lautete: „Banana-Position“ einnehmen, nicht nach unten gucken, lächeln für die Kamera und sich fallen lassen! Es folgten 65 Sekunden unbeschreiblicher, freier Fall mit super Aussicht und ansteigendem Druck auf den Ohren, sodass ich die letzten 5 Sekunden dachte mein Kopf explodiert. Als sich der Fallschirm öffnete, stellte sich jedoch heraus mein Kopf war noch dran und ich konnte nun in aller Ruhe die letzten 5 Minuten den Fallschirm steuern und den Ausblick genießen, ohne wie ein kleines Schweinchen, aufgrund des Luftwiederstandes, auszusehen. Alles in allem kann ich sagen: Super Erlebnis aber nicht so Adrenalinreich wie ich dachte. Ein Bungyjump ist viel nervenaufreibender, sodass ich mir vorgenommen habe den Höchsten in Neuseeland (134m) vor meiner Abreise auch noch zu bewältigen (Ich bin hier drüben zu einem kleinen Adrenalinjunky geworden). Nachdem ich also meine Fotos und das sehr amüsante Video erhalten hatte, ging es für uns drei Weiter. (https://www.dropbox.com/s/ouvar8k8yeva8q0/Lena.mp4)

Zweite Attraktion an diesem Tag war der Foxglacier von nahem. Nach einem 30 minütigem Walk durch eine Schlucht, gelangten wir zu dem atemberaubenden Fox Gletscher, welcher mit dem Franz Josef Gletscher der einzige ist, der direkt zu Fuß erreichbar ist. Nach einer Stunde hieß es dann wieder, ab ins Auto. Nach einem kleinen Stopp in Hokitika, schönes Städtchen an der Westküste, ging es nach Greymouth und sogar noch etwas darüber hinaus. 20 Minuten nördlich von Greymouth liegt Punakaiki  mit den wunderschönen „Pancake Rocks“. Die Pancake Rocks sind Klippen, welche aussehen wie mehrere Pancakes aufeinander geschichtet. Diesen Stopp kann ich nur sehr empfehlen. Es führt ein super angelegter Weg an die verschiedensten Ecken der Rocks und in der Abendsonne kommt eine super Atmosphäre auf. Abends ging es dann zurück in die Jugendherberge nach Greymouth. Dinner kochen, schlafen und Porridge zum Frühstück, stand auch dieses Mal auf dem Plan.

Samstagmorgen begaben wir uns dann zum Arthur’s Pass. Die Strecke über den Pass nach Greymouth ist eine der schönsten „Scenic Routes“ in Neuseeland. Erinnern tut es an die Schweiz mit den vielen Bergen doch die weite in die man gucken kann erinnert einen daran, dass man in Neuseeland ist. Wundervolle Farben und eine schöne Autofahrt ließen uns nach einiger Zeit im Ort Arthur’s Pass anhalten um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Da den Jungs der 30 minütige Walk mit vorgefertigten Treppen und Geländern durch den Wald zum Wasserfall zu langweilig war, nahmen wir eine andere Route zurück. Ganz genau: die Jungs führten mich durch das Flussbett! Abenteuerlustig sprangen wir nun also von einem Stein zum anderen und über einige Baumstämme ohne einen Fehltritt in den Fluss, auch wenn es manchmal ziemlich dicht dran war, zu machen. Auch wenn der Rückweg um einiges länger dauerte als der Hinweg, muss ich den Jungs zustimmen, es hat viel mehr Spaß gemacht! Nach verdientem Lunch fuhren wir dann zu unserem nächsten Abenteuer in Christchurch.

Dieses Abenteuer sollte jedoch eines der weniger schönen werden! Da ich, so wie es scheint, immer sehr viel Glück mit meinen Unterkünften in Christchurch habe (ich erinnere an meine Nacht im Auto bei McDonalds), sollte ich auch dieses mal „Glück“ haben. In Christchurch an der vorgegebenen Adresse, des Backpackers angekommen, standen Lukas, Max und ich nun vor einem Haus und wollten das Grundstück erst gar nicht betreten. Fassungslos und noch nicht realisierend, dass dies unsere Unterkunft für die nächste Nacht seien sollte, standen wir etwas Ratlos auf dem Bürgersteig. Uns schließen sich ziemlich schnell zwei Amerikanerinnen aus Colorado an, die auch nicht ganz Glauben konnten wo sie denn hier gelandet seien.

Nachdem wir dann jedoch beschlossen einen Blick in das Haus zu werfen, konnten wir zuerst gar keine Rezeption finden. Da hätten wir auch lange suchen können, denn es gab gar keine. Das einzige was im Flur anzufinden war, außer ein Haufen Müll, war ein weißes Telefon mit einer Telefonnummer darüber (ich kam mir vor wie in einem Horrorfilm). Wir riefen nun also die Nummer an und der Besitzer des Backpackers meldete sich: „Er sei im Supermarkt und wäre in wenigen Minuten bei uns“. Nach einigen Minuten traf das etwas verzauste Ehepaar ein und teilte uns unsere Räume zu. Ein 10-Bett-Zimmer mit Hochbetten, in denen du glücklich sein konntest, wenn du oben lagst, da die Matratzen so durchhingen, dass die Person unter dir kaum Atmen konnte.

Unseren Raum teilten wir uns mit einer netten Engländerin, die schon seit 4 Tagen in dem Backpacker gefangen war, da sie ohne Vorwissen die 4 Tage gebucht und bezahlt hatte und nun natürlich nicht einfach woanders hingehen konnte. Abends machten wir uns auf den Weg in das Shoppingcenter, nahmen die Engländerin mit und schauten uns im Kino den zweiten Film von 300 an. Nach einer etwas unruhigen Nacht, da die Leute, welche in dem Backpacker für mehrere Monate wohnen (Work and Traveller, die in Christchurch arbeiten und mit Zelten im Garten des Backpackers wohnen),eine kleine Hausparty veranstalteten und nach einigen Schauergeschichten der Engländerin, welche uns erzählte, dass die Leute im Garten alle Gras in ihren Zelten anbauen und den letzten Morgen einige  Kokain und Opium genommen hatten, wollten wir schnellst möglichst dort raus. Die Amerikanerinnen waren schon früh am morgen geflüchtet und wir wollten nach unserem Frühstück weiter reisen, doch das Frühstück entpuppte sich als etwas schwerere Aufgabe. Da es in der Küche aussah als hätte eine Bombe eingeschlagen, fand Lukas erst nach einigen Minuten einen sauberen Topf, einen Löffel und einen Kochlöffel um unser Porridge zu essen (ich kaufte mir etwas im Supermarkt). Mit neuen Erlebnissen und etwas ekel jedoch auch Gelächter über unsere letzte Nacht, machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Middlemarch.

Damit die Heimfahrt sich jedoch noch etwas Sehenswert gestaltete, nahmen wir einen 2 Stündigen Umweg über Tekapo und vorbei an Lake Pukaki. Nun hatten auch die Jungs die wunderschönen blauen Seen gesehen, an denen ich Silvester mit den Mädels verbracht hatte. Wir hatten einen leckeren Lunch am Strand vom Lake Pukaki und Max war mit super Kulisse (Mount Cook im Hintergrund) sogar Baden. Somit haben wir unseren Trip wunderschön ausklingen lassen und konnten uns dann auf den Heimweg begeben.

Max habe ich Vorgestern mit viel Tränen und Abschiedsschmerz zusammen mit Jules am Bahnhof von Dunedin verabschiedet und freue mich schon darauf in ganz Bald wiederzusehen! Mir stehen nun noch 4 ½ Monate in Neuseeland bevor, welche wie im Fluge vergehen werden. Mein nächster Trip wird schon geplant und findet voraussichtlich Anfang April statt. Bis dahin wird viel gearbeitet und gespart und dann freue ich mich schon auf den Mai, wenn meine Eltern den Laden schließen und wir gemeinsam schöne Touren unternehmen können!
 

Bis zum nächsten Blogeintrag und liebe Grüße nach Deutschland!

Eure Lena

Nach langer Zeit kommt endlich mal wieder ein Lebenszeichen aus Neuseeland!

 

Auch wenn ich die letzten Wochen viel erlebt habe, waren es nur kleine Dinge an denen ich mich erfreut habe, wie z.B. das Rodeo in Outram oder die New Zealand Masters Games, an denen Dave und Pip erfolgreich teilgenommen haben, sodass ich keinen Blog für alle möglichen Dinge verfassen wollte. Da ich mich jedoch seit dem 31.Dezember nun voller Spannung auf Max seinen Besuch freuen konnte und im Voraus einige Pläne für unsere gemeinsamen Unternehmungen schmieden konnte, habe ich nun wieder neue  und interessante Geschichten über unser gemeinsames langes Wochenende zu erzählen.

Dieses Wochenende sollte schon einmal spannend beginnen! Da Max am 13. Februar (Donnerstag) morgens um 9:30 Uhr in Christchurch eintreffen sollte, bekam ich einen extra Tag frei und durfte mich Mittwochnachmittag, nach der Arbeit auf meine Reise begeben. Ich hatte nun also 4 Tage mit meinem Bruder vor mir. Die Reise sollte dieses mal in den Norden der Südinsel gehen. 1. Stopp: Abel Tasman National Park, daraufhin sollte es nach Picton zum Marlborough Sound gehen und am Ende nach Kaikoura, um dann über Christchurch wieder zurück nach Middlemarch zu fahren.

Wie zuvor schon gesagt, begann meine Reise spannend und mit einigen Missgeschicken. Mittwoch verließ ich Middlemarch nach meiner Arbeit um 5, um mich dann auf den Weg nach Christchurch zu machen, wo ich die Nacht im Backpacker, welches schon gebucht war, verbringen sollte um dann am morgen Max am Flughafen in Empfang zu nehmen. Ich hatte nun also eine 5 stündige Autofahrt vor mir. Um auf der Fahrt nicht zu verhungern, hielt ich auf halben Weg in Timaru an. Nachdem ich lecker Sushi essen war und mich eine Stunde im Restaurant aufgehalten hatte, begab ich mich zu meinem Auto zurück um nicht zu spät in Christchurch anzugkommen.

Nach mehrmaligem umdrehen meines Schlüssels und einem nicht anspringenden Motor musste ich dann jedoch feststellen, dass ich vergessen hatte das Licht auszustellen (Mein kleiner roter Flitzer ist nicht so cool wie die gewohnten Autos aus Deutschland - Er schaltet das Licht also nicht automatisch aus) und nun meine Batterie alle war. Super! Nun stand ich also bei KFC auf dem Parkplatz und konnte mich keinen Meter nach vorne oder hinten bewegen. Gott sei Dank, war die Schlange im Drive-In ziemlich lang, sodass ich mich nach einigen Sekunden auf den Weg zu einem Auto begab (Silberner Toyota Pick Up mit attraktivem jungen Mann drinnen – Mein Gedankengang: Der sieht so aus, als würde und könnte er mir helfen) und dort an die Scheibe klopfte um, um Hilfe zu bitten. Mein Gedankengang sollte bestätigt werden und so fand ich mich nach einigem Warten und einer Starthilfe auf der Straße Richtung Christchurch wieder.

Ich kam also um 11 an meinem Backpacker an und durfte nun auf meine nächste Überraschung stoßen. Da in meiner Buchung stand: Check in 12hrs, machte ich mir eigentlich keine Gedanken heute nicht in dem gebuchten Backpacker zu schlafen, zumal Christchurch ja auch eine Großstadt ist, doch als ich vor verschlossenen Türen stand, keiner die Klingel hörte und auch niemand bei den zwei hinterlassenen Handynummern abhebte, musste ich nach 15 Minuten einsehen, dass ich meinen gebuchten Raum diese Nacht nicht betreten würde. Die Situation war nun also klar: mein kleiner roter Flitzer war diese Nacht mein Bett. Es stellte sich nur noch die Frage wo ich mein Bett parken sollte. Nach kurzem überlegen, machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Ich dachte mir: Würde ich am Flughafen im Auto übernachten, hätte ich am nächsten Morgen eine Toilette und sogar eine Dusche doch dieser Gedanke verfiel ziemlich rasch, da die Parkgebühren am Flughafen sehr hoch waren. Ich hatte ja schon eine Nacht für 31$ in meinem Auto, dann wollte ich nicht auch noch extra Parkgebühren bezahlen. Aufgrund dessen fand ich mich an der Seitenstraße bei McDonalds wieder. „Parking for free“ und ich konnte auf die Toilette gehen und mir die Zähne putzen.

Im Auto selbst, machte ich es mir dann auf der Rückbank gemütlich. Meine 5 Handtücher dienten mir als Kissen und Decken (es war trotzdem Schweine kalt Nachts) und da es drinnen wärmer war als draußen und meine Scheiben beschlugen, musste ich mir auch keine Gedanken machen, dass jemand in mein Auto gucken könnte. Am nächsten morgen stand ich trotzdem mit super Laune auf, ich konnte über das Missgeschick auch irgendwie nur Schmunzeln (Sleeping in the Car – Check!) und begab mich mit voller Vorfreude und Spannung zum Flughafen. Nach langem warten und einem kleinen Frühstück, ging letzten Endes die Tür des international Gates auf und dort stand er vor mir! Meine tränen konnte ich mir nach 5 ½ Monaten nicht zurückhalten und nachdem ich meine Stimme wiedergefunden hatte, konnten wir unsere gemeinsame Reise nun Beginnen.

Da nicht nur ich eine unruhige Nacht und keine Dusche hatte, sondern auch Max nach seinem 31 Stündigen Flug mit zwei Stopps, etwas sehr zu müffeln anfing, hielten wir nach 1 ½ Stunden in Hanmer Springs an. Ein sehr schöner, kleiner Ort mit Thermal Bädern. Hier verbrachten wir also 2 Stunden in den 36-43° heißen Schwefel, Magnesium und Calcium Pools. Nachdem man sich nun also etwas frischer fühlte, setzten wir die Reise Richtung Abel Tasman National Park fort. Bevor wir jedoch losfuhren, rief ich bei unserem Backpacker an um sicherzugehen, dass sie auch noch geöffnet seien, wenn wir ankommen. Als auch das nun klar war, konnten wir uns beruhigt auf den Weg begeben. Max schlief die restlichen 3 Stunden und wachte erst auf als wir in Motueka am Backpacker ankamen (sehr schönes Backpacker, mit kleinen Cottages und alten Wohnwagen als Zimmer, in einem relativ großen und grünen Garten). Abendessen gab es dann Curry beim Inder und anschließend fielen wir beide wie zwei Steine ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es relativ früh raus, da wir nach Kaiteriteri fahren mussten (20 Minuten), da wir dort eine Tagestour durch den Abel Tasman National Park gebucht hatten. Die Tour bestand aus 2 Stunden Kayak fahren (kann ich Pärchen nur von abraten – kann sicherlich Beziehungsprobleme entstehen lassen), welches Max und ich nach einigen Diskussionen und zu anfangs Schwierigkeiten beim Finden des Rhythmus, letzten Endes doch gut hinbekamen. Die Kayaktour führte uns zum „Split Apple“ und wieder zurück nach Kaiteriteri. Von dort aus ging es nach einem kleinen Lunch aufs Boot. Dieses brachte uns nun an einen der Abgelegenen Sandbuchten im Abel Tasman Park. Von hieraus wurden nun 2 Stunden durch den Park gewandert. Wunderschöner Track durch den Wald, an einem Wasserfall vorbei und entlang der Küste, mit all den vielen Stränden. Ziel war eine weitere Strandbucht, an der man noch eine Stunde Entspannen konnte, bis das Boot kam, um einen wieder zurück nach Kaiteriteri zu befördern.

Von Kaiteriteri ging es nun um 6 Uhr abends für 2 ½ stunden wieder einmal ins Auto. Jetzt ging es nach Picton. Auch hier schliefen wir in einem sehr schönen Backpacker (Haben natürlich die Check-In Zeiten telefonisch im Voraus abgeklärt) und waren dann am morgen für unseren nächsten Sightsee-Trip bereit. Auch in Picton sollte es für 3 Stunden aufs Wasser gehen. In einem Cruiseboot begaben wir uns auf eine Tour durch den schönen Marlborough Sound (jedoch nicht vergleichbar mit Milford Sound, da dieser viel gigantischer ist als der Marlborough Sound). Nach der Tour ging es wieder einmal ins Auto. Auf dem Weg nach Kaikoura und nach einem kleinen Stopp in Blenheim, luden wir dann noch 2 Hitchhiker am Straßenrand ein und fuhren in 2 Stunden nach Kaikoura.

Angekommen checkten wir in die sehr moderne Jugendherberge ein und begaben uns zu einem super leckerem Dinner in die Innenstadt. Für mich stand Seafoodpasta auf dem Programm und Max erfreute sich an einer Pizza mit Pumpkin und allerlei anderem Gemüse. Lecker!!! Auch hier sollten wir relativ früh ins Bett fallen, da es am nächsten Morgen um 6 Uhr aufzustehen hieß! 7:45 Uhr checken wir dann beim Whale Watch Center ein und fanden uns nach kurzer Zeit mitten auf dem Ozean wieder um Wale zu sehen. Durchschnittlich sollte man pro Tour 1-2 Wale sehen, doch Max und ich schienen unseren Glückstag zu haben und so nahmen wir atemberaubende Momente von ganzen 5 Walen mit! Nach einem großartigen und erfolgreichen Morgen auf dem Wasser konnten wir uns wieder auf den Heimweg begeben. Durch abwechselndes Fahren und kleinen Nickerchen zwischendurch (und Herzattacken bei mir, da Max es noch nicht ganz gewohnt war auf der linken Seite zu fahren), kamen wir nach 7 Stunden endlich wieder daheim in Middlemarch an.

Diesem Erlebnisreichen Trip soll nun schon ganz Bald ein weiterer Folgen. Max macht momentan mit dem Fahrrad den Otago Central Railtrail unsicher und am Donnerstag Nachmittag geht es bis Freitag nach Queenstown. Die nächste größere Tour steht dann Anfang März an. Seid also gespannt auf neue Fotos und Geschichten in schon nur wenigen Tagen! Bis dahin, liebe Grüße nach Deutschland,

Lena und Max!

Zurückblickend auf das Jahr 2013 und die letzten 4 Monate, muss ich sagen: Es war überragend! Und das Beste ist, es kann nur noch besser werden!

Ich hatte ein tolles letztes Schuljahr mit all meinen Freunden um mich herum, eine lustige Motto Woche und einen schönen Abiball. Ich habe einen fantastischen Urlaub auf Kreta, mit den tollsten Freundinnen, gehabt  und zum Ende hin, einige traurige Abschiedspartys besucht, die jedoch hungrig auf Neues und die Zukunft gemacht haben (Unteranderem meine eigene).

Die letzten vier Monate sind verflogen wie im nichts! Ich habe schon viele Dinge gesehen und erlebt und freue mich auf alles, was mir noch bevorsteht. Wenn mich jemand fragen würde, was mein bisheriges Highlight auf meiner Reise am andere Ende der Welt war, denke ich würde ich sagen es war der Bungyjump von der Kawarau Bridge und der Ausflug nach Milford.

Wofür ich dieses Jahr jedoch am meisten Dankbar bin ist, dass ich eine so wundervolle Gastfamilie gefunden habe, die mich mit offenen Armen aufgenommen hat und mich wie ihre eigene Tochter, große Schwester und Freundin behandelt, je nachdem, was ich gerade sein möchte. Nicht zu vergessen, wären dann noch die neuen Freundschaften die ich geschlossen habe und sehr genieße! Durch all diese Menschen, wird mein Abenteuer umso spektakulärer und persönlicher. Ich merke natürlich (gerade zur Weihnachtszeit), dass ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland sehr vermisse, musste aber auch schon feststellen, dass ich Neuseeland vermissen werde und es nicht leicht wird die Kiwis wieder zu verlassen (Eigentlich möchte ich da noch gar nicht drüber nachdenken).

Heute musste ich mich von Magnus verabschieden, der sich nun auf seine Rundreise begibt und dann am 21. Januar nach Dänemark zurückkehrt. Auch wenn es nur 2 Monate waren, die wir miteinander verbracht haben, bin ich ziemlich traurig, dass er unsere Truppe verlässt. Wir haben viele lustige Momente zusammen gehabt. Wir haben einige spaßige Abende im Pub in Middlemarch verbracht, Weihnachtsbiscuits gebacken (5 Stunden lang), waren zusammen in „The Hobbit- The Desolation of Smaug“ und haben vielzählige schöne Abende bei mir Zuhause mit Dinner oder BBQ und einem Wein am Lagerfeuer gehabt. See you Magnus! We’re gonna catch up in Denmark!

Weihnachten hat bewiesen, dass ich mich hier zu Recht wohlfühlen kann und ich von allen in der Familie sehr gerne gehabt werde. Bei der Weihnachtsfeier bei Brian und Daph bin ich nur so mit Komplimenten für meine Arbeit und meine Person überhäuft worden, auf der Farm am Weihnachtstag habe ich ebenfalls nette Worte und Umarmungen bekommen und beim Geschenke auspacken musste ich mir sogar die Tränen verkneifen (Was nicht ganz so gut geklappt hat). Dafür, dass ich Weihnachten dieses Jahr nicht zuhause verbracht habe, bin ich unerwartet nur so mit Geschenken überhäuft worden. Nicht nur ich habe viele Dinge von Santa Claus bekommen, nein, die Kinder natürlich auch. Die meiste Zeit bin ich nun also damit beschäftigt Jules mit seinen neuen Spielzeugen zu bespaßen, was auch ziemlich gut klappt (wir haben nun viel Abwechslung).

Neujahr steht vor der Tür und ich darf mir mal wieder eine kleine Auszeit genehmigen. Diese werde ich in Twizel verbringen. Rosalies Gastfamilie besitzt dort ein Ferienhaus, in das wir alle eingeladen worden sind (Mehr Infos gibt es nach meinem Trip im neuen Blog). Da Andrea aber in Auckland ist, verbringen wir New Years Eve nur zu dritt. Morgen starte ich also in ein neues Abenteuer und ein hoffentlich Ereignisreiches und weiterhin überwältigendes neues Jahr! Guten Rutsch an alle die meine Reise mit Spannung mitverfolgen und ich lasse im neuen Jahr von mir hören.

Eure Lena

Heute freue ich mich ganz besonders darauf, euch einen neuen Blog zu verfassen. Seit genau 11 Stunden bin ich von meinem letzten langen Wochenende zurück, habe soeben die Fotos hochgeladen und aussortiert und lasse die ganzen Geschehnisse in meinen Gedanken nun noch einmal Revue passieren. Doch bevor ich euch erzähle wo ich gewesen bin und was ich erlebt habe, gibt es eine kurze Zusammenfassung der letzten Wochen.

Weihnachten rückt näher! Die Stadt ist geschmückt und Fahnen mit der Inschrift „Merry Christmas“, sind in jedem Ort an den Laternen angebracht, doch so richtig in Weihnachtsstimmung kommt man bei 20°C noch nicht. Auch wenn sie so langsam aufkommt ist es ein anderes Gefühl.  Anders aber auch anders Gut. Natürlich vermisse ich die Weihnachtsmärkte, die kalten Winterabende und den Duft nach Weihnachten, es ist aber auch schön „Christmas“ einmal anders zu empfinden. Unser Weihnachtsbaum steht und es liegen auch schon einige Geschenke darunter. Morgen begebe ich mich dann auf den Weg nach Dunedin um meine Weihnachtseinkäufe zu erledigen und um den Geschenkeberg zu vergrößern. Am Freitag werde ich mit Magnus den ganzen Tag über deutsche und dänische Plätzchen backen und ich hoffe danach wird die richtige Stimmung aufgekommen sein.

Die letzten Wochen bestanden größten Teils wieder einmal aus purem Alltag. Auch wenn es einige Christmas Partys zu besuchen gab (Im Playcenter und beim Kindy Rock), war es alles in allem wie immer. Wir hatten eine ziemlich heiße Woche, die uns jeden Tag knapp über 30°C beschert hat. Nun haben sich die Temperaturen aber  etwas gesenkt und der Himmel sich zugezogen. Im Moment haben wir öfters mal Regen aber auch viel Sonne und zwischen 16-21°C.

Da ich ja schon seit Anfang an vor hatte, den Rock and Pillar vor meiner Haustür mindestens einmal während meines Aufenthaltes in Middlemarch zu besteigen, ich jedoch immer eine Ausrede gefunden hatte, warum dieser und jener Tag nicht der Richtige war, konnte ich mich letzte Woche dann nicht mehr davor drücken. Da Magnus den Berg ebenso besteigen wollte und er Middlemarch nach Weihnachten voraussichtlich schon verlässt, machten wir uns bei 32°C in der Mittagssonne auf den Weg. Ich muss eingestehen, dass dies vielleicht nicht die beste Idee war und tatsächlich nicht der beste Tag, da uns das Wetter und die Temperaturen einiges an Energie kosteten. Nach einigen Pausen, viel Wasser und einem Apfel, erreichten wir dann jedoch nach 4 Stunden den Gipfel (normalerweise sollte man den Berg in 2,5-3 Stunden besteigen).  Nach insgesamt 5 Stunden erreichten wir dann letzten Endes Middlemarch erschöpft und mit leichtem Sonnenbrand. Immerhin kann ich nun behaupten, ich war auf dem Rock and Pillar, weiß aber auch, dass ich dies so schnell nicht noch einmal tun werde (nicht bei diesen Temperaturen).

Glücklicherweise bestiegen Magnus und ich den Berg am Freitag, da ich am Samstag nicht mehr in der Lage dazu gewesen wäre. Nachdem ich einen kleinen Zusammenstoß mit Jules` Spielzeugrasenmäher hatte, der im Wohnzimmer herumlag und ich ihn aufgrund des Wäschekorbes in meiner Hand nicht gesehen habe, viel ich zwei Treppenstufen herunter und knickte mit dem Fuß um, den ich mir ein halbes Jahr zuvor beim Sportunterricht überdehnt hatte. Samstag verbrachte ich also das erste Mal im Krankenhaus in Neuseeland. Nach einiger Zeit im Wartezimmer, zwei Röntgenaufnahmen und Schmerzen, verließ ich die Notaufnahme anschließend mit einer Bandage und Krücken, da ich nicht mehr auftreten konnte. Den Rest des Tages lag ich bei Daph und Brian auf dem Sofa und wartete auf Dave der mich abholen sollte, um mich wieder nach Hause zu bringen.

Die Folgenden Tage waren geprägt von leichten Schmerzen und schlechtem Gewissen, da ich meiner Arbeit nicht nachgehen konnte und die Atmosphäre in der Familie so etwas angespannt war. Dave und Pip mussten nun den Laden schmeißen und Jules bespaßen. Nach 4 Tagen auf dem Sofa und unterwegs mit Krücken, konnte ich endlich wieder laufen. Die Situation lockerte sich und alle waren wieder glücklich. Jules, da er mich wieder hatte und Dave und Pip, da sie ihrer Arbeit nachgehen konnten und der Haushalt wieder am laufen war. Nur ich war immer noch nicht ganz so glücklich, da mir die letzten Tage etwas zugesetzt hatten. Ich freute mich also darauf am Freitag Middlemarch für 3 Tage zu verlassen, neue Energie zu tanken um dann wieder mit guter Laune und Spaß an der Arbeit zurückzukehren (Ja, „Mama“ sein ist nicht immer einfach und es ist schön auch mal seine Pausen zu bekommen um durchzuatmen.)

Meine Pause zum durchatmen hatte ich also das letzte Wochenende mit den anderen AuPairs (Andrea, Rosalie und Rebecca) und Magnus im Fjordland. Unsere Reise begann Freitagmorgen um 8 Uhr. Magnus und ich starteten in Middlemarch, packten Andrea und Rosalie in Dunedin ein und begaben uns dann auf den Weg nach Te Anau (4 stündige Autofahrt). Rebecca war Donnerstag mit dem Bus schon vorgefahren, da sie vorhatte am Freitag den Kepler Track zu wandern. Als wir jedoch in Te Anau in unserem Backpacker ankamen, trafen wir Rebecca in unserem Raum an. Aufgrund von Müdigkeit und vorausgesagtem Regen (der jedoch nicht gekommen war) blieb sie in Te Anau und begab sich nicht auf die Wanderung. Den restlichen Tag verbrachten wir dann damit den Ort zu erkunden und uns Abends ein leckeres Essen im Backpacker zu kochen (Pasta with Chicken and Mushroom and Rosemary-Whitewine Creamsauce). Mit einigen Flaschen Wein, Cookies, Eiscream und Chips (hier kommen die neuen extra Kilo her) machten wir uns also einen unglaublich schönen und lustigen Abend (so wie es immer mit den Mädels ist) im Lakefront Backpacker direkt am Lake Manapouri .

Samstagmorgen begaben wir uns dann zu fünft auf den Weg zum Milford Sound. Mit anfangs schönem Wetter und einigen Stopps an der Milford Road, wie z.B. den Mirror Lakes, dem Homer Tunnel und The Steam, veränderte sich der Himmel von strahlend Blau und Sonne immer und immer mehr zu grau, Wolken und Regen. Doch darüber sollten wir uns nicht beklagen, denn bei durchschnittlich 5-6 litern Regen in Milford im Jahr, konnte man damit schon rechnen und die Landschaft wurde somit nur noch beeindruckender. Von allen Seiten kam nun Wasser an den Felswänden heruntergeflossen und es entstanden tausende von Wasserfällen.

Angekommen in Milford, begaben wir uns dann auf den Milford Mariner, das Boot auf dem wir übernachten sollten. Um vier Uhr Nachmittags ging es dann los Richtung Ankerplatz im Fjord. Dort gab es dann trotz Regen Wasseraktivitäten. Magnus setzte sich also in ein Kajak und paddelte einige Meter durch den Fjord und wir Mädels begaben uns aufs Tender-Boat und hörten uns einige Informationen über den Milfordsound an. Am Abend gab es dann ein leckeres Buffet und reichlich Pudding und nach einer Runde Activity spielen begaben wir uns in unsere Kajüten zum schlafen.

Am Morgen hieß es dann früh aufstehen, Frühstücken und den Ankerplatz verlassen. Nun ging es aus dem Fjord heraus aufs offene Meer und dann wieder zurück. Auch der Sonntag war regnerisch und bewölkt (wie auf den Fotos unschwer zu erkennen), jedoch nicht ganz so windig. Auch wenn das Wetter nicht perfekt war, für die Reise in den Sound war es super! Die Wasserfälle waren beeindruckend und die Atmosphäre atemberaubend (kann man auf den Fotos gar nicht festhalten). Höhepunkt der Bootstour waren dann die Delfine, die vor unserem Boot auftauchten und für einige hundert Meter mit uns mitschwammen! Nichtsdestotrotz würde ich jedoch gerne noch einmal den Milfordsound besuchen um ihn in Sonnenschein zu erleben oder im Winter mit all dem Schnee auf den Gletschern. Um 10 Uhr legten wir dann am Hafen an und begaben uns in meinem kleinen Auto zurück nach Te Anau. Dort hatten wir Lunch und gingen dann wieder auf ein Schiff. Nach 20 min Bootsfahrt über den Lake Manapouri kamen wir an den Glowwormaves an. In den Caves bekamen wir eine geführte Tour, sahen einen Wasserfall und fuhren dann mit einem kleinen Boot durch die dunkle Grotte, die nur durch Millionen von Glühwürmchen erleuchtet wird. Vorstellen kann man es sich wie einen Sternenhimmel über sich. Fotos habe ich hiervon leider keine, da die Glühwürmchen natürlich nicht gerade gut auf Blitzlicht reagieren. Fotografieren und Reden ist in der Grotte also verboten, damit die Würmchen ihre Lichter nicht ausschalten. Nach dieser Tour und einem langen und erlebnisreichen Tag ging es dann nach Hause. Von Milford nach Dunedin, Kuretane und Middlemarch. Magnus und ich erreichten Middlemarch um halb 12 in der Nacht.

Letzten Endes kann ich nur sagen, dass dies der beste Trip war, den ich bis jetzt hatte. Milford ist atemberaubend und es gibt keine bessere Truppe, mit der man unterwegs sein könnte. Ein Danke also an meine Mädels und Magnus und ich freue mich schon auf die kommenden Trips in den nächsten Monaten mit Euch! Nun bin ich aber auch froh Zuhause zu sein und auf meinen kleinen Liebling aufzupassen, der mich nach drei Tagen schon sehr vermisst hat. Ich freue mich auf die kommenden Tage und Weihnachten und berichte ganz bestimmt schon bald über meine neuen Erlebnisse vom anderen Ende der Welt!

Liebste Grüße, eure Lena

Natürlich habe ich auch nach diesem langen Wochenende mal wieder eine Menge zu Berichten. Beginnen wir jedoch zuerst einmal mit den alltäglichen, nicht ganz so aufregenden, aber trotzdem interessanten, Neuigkeiten:

Unsere Au Pair Gruppe vergrößert sich so langsam! Die Zeiten allein mit Andrea am Dinner-Table sind nun vorbei. Seit letztem Freitag müssen wir einen Tisch für vier Personen buchen, denn Rosalie und Rebecca sind zu uns dazu gestoßen. Rosalie wohnt direkt vor Ort in Dunedin, was Andrea sehr erfreut, da beide in ihrer freien Zeit vormittags, nun gemeinsam Dinge unternehmen können. Rebecca hat eine etwas längere Anfahrt (40 min nach Dunedin) und wohnt etwas abseits, so wie ich. Mit beiden Mädels verstehe ich mich super und ich bin gespannt was die nächsten Monate mit ihnen so bringen. Auch Middlemarch hat sich um einen Einwohner vergrößert. Für die nächsten 2-3 Monate lebt Magnus, 20 Jahre aus Dänemark, nun hier. Auch er kommt immer zu unserem Cycling-Club am Dienstag und voraussichtlich werde ich ihn auf einige meiner Trips nach Dunedin oder über das Wochenende mitnehmen (Magnus sitzt nämlich ein wenig auf der Farm fest, da er keinen Führerschein und kein Auto hat).

Des Weiteren unternehme ich an meinen Freitagen nicht nur kleine Ausflüge allein oder mit den Mädels, so war ich vor 2 Wochen letztendlich in der Speights-Brauerei, mit Spencer. Zuerst haben wir die 90min Tour gemacht, welche in der Hauseigenen Bar endete, an der man sich selbstbedienen durfte und später fanden wir uns  im Speights Ale House bei einem leckeren Dinner wieder.

Mein Alltag mit den Kids ist immer noch der gleiche, trotzdem wird es nie langweilig. Jeden Montag unternehmen Jules und ich nach seinen Schwimmstunden andere aufregende Dinge, so verschlug es uns in den letzten Wochen des Öfteren an den Strand in Brighton oder in den Botanic Garden in Dunedin, um die Enten zu füttern. Von den Playcenter Müttern bin ich mittlerweile komplett in die Gruppe aufgenommen worden und verbringe somit manche Abende, mit einer Tasse Tea, im Playcenter um die neusten und bevorstehenden Angelegenheiten der Kids zu besprechen.

Kommen wir nun jedoch zu meinem Vergangenen Wochenende in Queenstown.

Da es natürlich schöner ist zu Zweit oder in einer Gruppe zu Reisen und nicht alleine (vor allem nach Queenstown), habe ich mich das Wochenende mit Spencer auf den Weg gemacht. Queenstown ist bekannt für vielen Attraktionen (die meisten mit einer Menge Adrenalin verbunden) und viele junge Leute, die das Nachtleben der Stadt erkunden. Die Stadt an sich liegt an einem See und ist umgeben von vielen Bergen. Das Wahrzeichen Queenstowns‘ sind die Remarkables, das Gebirge das an den See angrenzt.

Unsere Tour startete am Freitagmorgen um halb 9 und mein kleiner roter Ferrari sollte uns in etwas mehr als 3 Stunden nach Queenstown transportieren. Nachdem wir Cromwell passiert hatten, machten wir eine kleine Kaffee-Pause am Anfang der Kawarau Gorge und besichteten ein altes Goldgräber Dorf. Anschließend begaben wir uns auf den Weg nach Arrowtown, eine ebenfalls alte Goldgräber Stadt. Mir persönlich hat Arrowtown wunderbar gefallen (die Familien die dort leben beneide ich). Es besteht aus einem Neubaugebiet und der Mainstreet mit all den alten Geschäften, Cafés und Restaurants aus der Goldgräber Zeit.

Nachdem wir Arrowtown gegen Mittag verlassen hatten fuhren wir weiter Richtung Queenstown. Normalerweise wären wir auch direkt durchgefahren, hätte nicht das „ AjHackett Kawarau Bridge Bungy –Sign“ unser Interesse geweckt. Da ich den Tag zuvor meinen Bungy-Jump im Internet schon gebucht hatte und es somit kein Zurück mehr gab (Bungy-Jump ist nicht stornier bar), konnte ich mir nun schon einmal angucken, was mir am nächsten Tag bevorstehen würde. Ich muss zugeben, ich wurde ziemlich nervös, als ich die ersten Menschen von der Brücke habe springen sehen!

In Queenstown angekommen haben wir dann unser Zimmer im Backpacker Hostel bezogen und sind anschließend mit der Gondola auf den höchsten Punkt in Queenstown gefahren. Das Gondola Tickett beinhaltete eine Fahrt mit der Luge (so ähnlich wie sie Sommerrodelbahn). Gegen Abend buchten wir uns dann einen Tisch für das ziemlich teure und „flashy“ Abendessen auf der Bergstation. Unser Dinner bestand nun aus einem ich würde mal sagen, 5 Sterne-Buffet. Es beinhaltete eine Seafoodbar, Saladbar, die normalen Maindishes und einer Dessertbar. Am Ende des Abends konnten wir beide den Berg hinunterrollen, so vollgestopft waren wir. Unten angekommen, machten wir uns dann auf den Weg in einige Bars. Das Highlight war die -5°-Bar. Die Bar besteht komplett aus Eis, sowie die Sitzgelegenheiten und die Becher aus denen du deine Cocktails trinkst. Bevor du die Bar betrittst bekommst du Handschuhe und einen dicken Wintermantel und darfst dich dann für 30min (länger hält man es auch nicht aus) in dem Eisraum aufhalten.

Samstagmorgen begaben wir uns auf den Weg nach über die Crown Range Wanaka. Wir passierten Cardrona, wo ich 2 Monate zuvor schon Skifahren war (von Schnee war nicht mehr viel zu sehen) und erledigten dann kleine Shoppingeinkäufe in Wanaka. Nach unserem Lunch besuchten wir das Puzzling-World, ein Museeum über Illusionen, was mir meinen Magen etwas verdrehte. Nichts desto trotz ging es dann ans Eingemachte. Um 3 Uhr begaben wir uns auf den Weg zur Kawarau Bridge, da mir und Spencer der Bungy Jump bevorstand (Spencer hatte sich seinen am Morgen gebucht).

Unser Motto: „Ladies First!“ und somit fand ich mich auf der 43m hohen Kawarau Bridge wieder und Spencer sollte damit beschäftigt sein, während meines Sprunges, ein paar Fotos zu schießen. Zu Beginn war ich ein wenig nervös, doch ich muss sagen, die Aufregung legte sich etwas. Nachdem ich an das Seil angebunden wurde ging alles ziemlich schnell und ich hatte eigentlich gar keine Möglichkeit mir Gedanken über meine Aufregung zu machen. Als ich dann endlich auf der Plattform stand, zählte der Mitarbeiter bis 3 und dann war es Zeit für mich zu springen. Dies waren die schlimmsten Sekunden. Ich denke mich hat es ca. 2sek gebraucht um zu springen (in denen habe ich realisiert, dass es doch total verrückt ist sich nun einfach fallen zu lassen), doch der anschließende Fall war der Hammer! Letzten Endes kann ich nur sagen: Ich werde es definitiv noch einmal machen! Nach mir war nun Spencer dran, der etwas enttäuscht war, da sein Sprung nicht ganz so Graziös aussah wie meiner. Er möchte es nun also auch noch einmal versuchen um dann wie ein Schwan auszusehen und nicht wie ich es genannt habe: Eine Mischung aus Falke und Pinguin!

Den Rest des Tages oder Abends verbrachten wir in Queenstown. Zum Dinner gingen wir ins Pog Mahones, ein irisches Restaurant, wieder einmal ziemlich Nobel und anschließend nach einer Kugel Eis zurück ins Backpackers, da wir nach diesem Tag sehr erledigt waren. Sonntagmorgen machten wir eine 1,5h Bootstour mit dem 1912 erbauten, Kohle betriebenen Schiff: TSS Earnslaw, welches uns einen letzten atemberaubenden Blick über Queenstown und die Umgebung verschaffte. Nach Lunch machten wir uns dann auf den Weg nach Hause und gegen vier trafen wir wieder in Middlemarch ein.

Für mich beginnt nun meine Diätzeit, da ich die letzten zwei Wochen etwas „lazy“ war. Nachdem ich vor dem Bungy-Jump gewogen wurde und wir ja keine Wage zu Hause haben, erlitt ich einen kleinen Schock, der mir mit rotem Edding auf die Hand gemalt wurde. Dies erinnert mich nun daran ab sofort, meine Meals zu verkleinern und wieder Laufen zu gehen. Donnerstags heißt es für mich abends in Dunedin schwimmen und seit 3 Wochen gehe ich jeden Freitagmorgen in Dunedin in die Gym zum Bodypump. Ich hoffe die paar Kilos werde ich wieder los, im Moment bin ich jedoch zuversichtlich, da ich das Problem frühzeitig bemerkt habe. Pip hat mir nun den Auftrag erteilt eine Wage zu kaufen und somit wird hoffentlich die ganze Familie davon profitieren.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Lena!

Nach etwas längerer Zeit, melde ich mich nun auch wieder schriftlich und informiere Euch nicht nur durch Fotos über meine neuen Erlebnisse am anderen Ende der Welt. Ich denke es ist Zeit, nun auch die Geschichten zu all den vielen, neu dazugekommenen Fotos zu erzählen.

Meine letzten Wochen waren super. Mittlerweile kann ich in vielerlei Hinsichten sagen: Ich bin angekommen! Ich bin nicht nur angekommen, sondern auch vollständig aufgenommen in meine neue neuseeländische Familie.  Jules lässt mich kaum noch eine Sekunde von der Hand, überhäuft mich mit Küssen und hopst gerne abends neben mich zum kuscheln aufs Sofa. Pip und Dave zeigen mir, dass ich zur Familie gehöre, indem sie mich oft loben und mir sagen, dass sie stolz sind über mich und die Arbeit die ich mit den Kindern leiste und vor allem, da sie mich an ihren privaten Sport und Abendaktivitäten ( wie z.B. Fahrradfahren und DVD-Abende) teilhaben lassen. Ich selber habe jedes Mal das Gefühl „nach Hause“ zu fahren, wenn ich aus Dunedin oder von längeren Trips heimkehre, was mich immer wieder zum Schmunzeln bringt, wenn ich  im Auto sitze. Es könnte mir also nicht besser gehen. Auch die Tatsache, dass ich zurzeit nicht viel Kontakt nach Deutschland habe, zeigt denke ich ziemlich gut, dass ich mich wohlfühle. Ich genieße jeden Tag und Abend hier und freue mich auf weitere neue und interessante Kontakte und das Verbessern der Sprache.

Was ist die letzten Wochen groß passiert?!

Erstens: Ich bin nicht das einzige deutsche Au Pair in dieser Umgebung! Seit drei Wochen treffe ich mich nun regelmäßig mit Andrea in Dunedin zum Tea oder um kleine Touren zu unternehmen. Andrea ist in meinem Alter und wohnt in Dunedin für 12 Monate. Ich verstehe mich super mit ihr und freue mich auf aufregende, bevorstehende Wochenend-Touren, die wir schon fleißig am planen sind. Auch nach Balclutha (halbe Stunde von Dunedin entfernt), hat es ein weiteres deutsches Au Pair verschlagen. Franzi habe ich jedoch erst einmal getroffen.

Andrea und Franzi sind jedoch nicht die einzigen neuen Bekanntschaften der letzten Wochen. Wie sich herausgestellt hat, besteht Middlemarch nicht nur aus älteren Einwohnern, nein es lebt hier auch eine Handvoll Menschen in meinem Alter.

Jamie arbeitet 3 Tage die Woche in The Quench und vormittags bei uns in der Cycle Surgery. Auch wenn ich noch nichts mit ihr persönlich unternommen habe, freue ich mich immer wieder über eine nette Unterhaltung mit ihr.

Des Weiteren wäre da noch Spencer. Spencer ist 20 Jahre und arbeitet als Mechanic in Middlemarch. Da er, so wie Dave auch, bei der Firebrigade ist, kommt er fast jeden zweiten Abend vorbei. Die meiste Zeit fährt er mit mir und Dave oder Pip abends eine Runde Fahrrad und bleibt dann zum Dinner oder auf ein kühles Bier und eine DVD. Auch in der Küche macht er sich nicht schlecht, was Pip und Ich zu unserer Überraschung gestern feststellen mussten, nachdem er uns zum selbst erlegten Roast Lamb eingeladen hat. Für die Nachspeise habe ich dann jedoch gesorgt (auch wenn ich mir sicher bin, dass Spencers‘ mindestens genauso gut geworden wäre).

Durch Spencer habe ich Daniel, wenn auch nur flüchtig, kennengelernt. Daniel wohnt in einer Art WG mit Spencer zusammen und hat somit gestern mit uns zusammen am Abendtisch gesessen.

Zu guter Letzt: Francis und Libby. Francis ist Normas‘ noch 17 jährige Tochter  und Libby ihre 18 jährige Freundin. Beide wohnen in Christchurch und waren somit nur die Ferien über in Middlemarch zu Besuch bei Mama Norma. Francis ist in ihrem letzten High School Jahr und Libby hat die Schule frühzeitig verlassen und befindet sich in einem „Selbstfindungs Jahr“ und probiert sich in verschiedenen Jobs aus. Durch Pips Kupplungsversuche, mich mit anderen Teenagern in Kontakt zu bringen, reiste ich also das letzte Wochenende für 3 Tage mit den beiden Mädels durch die Catlins. Dazu jedoch später mehr.

Somit kommen wir nun auch zu meinen kleinen und größeren Touren der letzten Wochen. Die erste kleine Erkundungstour Neuseelands‘ beschritt ich mit Andrea. Da Pip endlich das passende Auto für mich in Dunedin ausfündig machen konnte (roter Nissan Pulsar), bin ich nun oft unterwegs. Nachdem ich Andrea in Dunedin eingesammelt hatte, fuhren wir auf die 20 Minuten entfernte Halbinsel Otago Peninsula. Erster Stopp war das einzige Schloss Neuseelands (Larnach Castle). Auch wenn wir deutsche es nicht als Schloss bezeichnen würden, sondern eher eine „Villa mit zwei Türmchen“, muss man sagen, dass es gut aussieht! Nicht nur das kleine Schlösschen hat Charme nein auch der Garten Drumherum und die Aussicht die man von dort aus hat. Da es sich jedoch tatsächlich nur um ein Schlösschen und nicht ein Schloss handelte, waren wir nach guten 40 Minuten mit der Besichtigung der Anlage fertig. Da uns also noch Zeit blieb, bevor ich Andrea um 3 Uhr wieder in Dunedin abladen musste, fuhren wir an den Sandfly Beach. Hier sind die tollen Fotos mit den Seelöwen entstanden.

Nach einem 10 minütigen Spaziergang über die Schaafswiese und dem anschließenden herunter rutschen der Sanddüne, erstreckte sich vor uns ein wunderschöner weißer Sandstrand und 7 eher nicht so gut riechende, jedoch sehr süße Seelöwen. Nach der Besichtigung der Sandfly Bay (nur Einer von vielen schönen Buchten in Otago Peninsula), fuhren wir weiter nach St.Clairs (Strand von Dunedin) zum Lunch und anschließend brachte ich Andrea zurück zur Arbeit mit ihren Kids.

Unser nächster Sonntag gestaltete sich sehr süß, aufgrund des Regens in Dunedin. Da die Outdoor-Aktivitäten somit gestrichen waren, begaben sich Andrea und Ich auf eine Tour durch die Schokoladen Fabrik von Cadbury. Die Tour bestand aus einem andauernden, sehr guten Geruch nach Schokolade viel Informationen und einem Schokoladenwasserfall am Ende der Tour. Wer gut aufpasste in den kleinen Filmchen zwischendurch und die Fragen des Guides richtig beantworten konnte, wurde mit Schokolade belohnt (mein Tütchen war gut voll am Ende). Nach einem kleinen Einkaufsbummel in der Schokoladenfabrik, begab ich mich dann auf einen richtigen in der Innenstadt.

Weitere kleine Touren durch Dunedin unternahm ich mit Jules, Brianna und Cody. Da Jules jeden Montagmorgen Schwimmstunden in der Stadt hat, haben wir nachmittags die Möglichkeit noch etwas Schönes zu Unternehmen. Den einen Tag gingen wir in den Botanischen Garten (sehr Empfehlenswert, vor allem das Vogelhaus) und den anderen trafen wir uns mit Andrea und ihren Kids im Otago Museum. Ich freue mich jedes Mal auf Montag, da dies eine gute Abwechslung zu den meist gleichen Tagesabläufen in Middlemarch ist.

Meine nächste Tour war nun eine größere. Da mein langes freies Wochenende bevorstand, plante ich meinen Ausflug in die Catlins(begleitet von Francis und Libby). Allein die Planung war aufregend genug, da Pip, Dave und Ich beim letzten Dinner mit Francis und Libby das Gefühl hatten, dass die beiden nicht nur befreundet sind sondern ein Paar. Meine Mission für das bevorstehende Wochenende war es nun also, herauszufinden ob diese Vermutung wahr ist. Dave machte sich also schon darüber lustig, dass ich ein romantisches Wochenende mit den Mädels verbringen würde und doch bitte aufpassen solle, dass ich nicht nach dem Wochenende auch lesbisch sei.

Freitagmorgen starteten wir unsere 2 Stunden Fahrt in die Catlins.
Erster halt war Kaka Point oder auch Nugget Point genannt, ein Leuchtturm, errichtet 1869 und Steine in Form von Nuggets vor der Klippe. Auf dem Parkplatz trafen wir dann zufällig Spencer, der „Paua Diving“ gehen wollte (besondere Muschel). Auch Spencer hatte von unserer Vermutung, dass die beiden ein Paar seien, mitbekommen  und wollte direkt Infos von mir als die beiden Mädels auf die Toilette verschwanden. Da wir noch nicht lange unterwegs waren, konnte ich nicht mit Bestimmtheit Auskunft geben, doch als sie Händchenhaltend zurückkamen, war die Situation klar.

Spencer zeigte uns dann den Weg zu unserem Nächsten Stopp (Cannibal Bay), indem er mit seinem Toyota vor uns her fuhr. In der Cannibal Bay erhofften wir uns einige Seelöwen zu sehen, die blieben uns an diesem Tag jedoch verborgen. Unsere dritte Anlaufstellen waren die Purakanui Falls. Ein kleiner Wasserfall mitten im Regenwald. Anschließend begaben wir uns auf den Weg Richtung Waikawa, wo wir die kommenden zwei Tage übernachteten. Da Freunde von Norma und Francis mitten auf einem Hügel in Waikawa ein Ferienhaus haben (mit Treppe zum Strand), mussten wir kein Backpacker buchen und konnten die kommenden zwei Tage kostenlos in den Catlins übernachten.

Am zweiten Tag begaben wir uns an das Ende der Catlins, dem Waipapa Point, wieder einmal bestehend aus einem Leuchtturm und einem wunderschönen Strand. Diesmal hatten wir sogar glück und konnten einige Seelöwen sehen. Nach einem längeren Spaziergang am Strand begaben wir uns dann zum Fraser Beach an dem wir ein paar Paua Shells sammelten und daraufhin zum Slope Point. Der Slope Point ist der südlichste Punkt Neuseelands. Meiner Meinung nach sah es dort aus wie in Irland, aufgrund der Klippen und der grünen Wiesen.

Letzter Stopp für den Tag war dann die Curio Bay. Die komplette Bucht war vor zig Millionen Jahren einst ein Wald und versteinerte, sodass man in der ganzen Bucht die versteinerten Baumstämme vorfindet. Hier sah ich endlich auch meine ersten Pinguine! Man hat nicht immer das Glück die kleinen Yellow-Eyed Penguins zu Gesicht zu bekommen, da sie sehr scheu sind und nur zur Abenddämmerung aus ihren Verstecken hervorkommen. Die zweite Nacht verbrachten wir dann wieder in der Ferienwohnung und am nächsten Morgen begaben wir uns Früh auf den Heimweg. Nach 3 ½ Stunden Fahrt und einem kleinen Stopp in Balclutha erreichten wir somit wieder Middlemarch.

Jules begrüßte mich herzlich und wollte mich gar nicht mehr loslassen und ich merkte wie sehr ich ihn schon vermisst habe! Nun gab es also neue Geschichten am Abendtisch zu erzählen, vor allem konnte ich Pip und Daves‘ Vermutung bestätigen. Der Trip war super und ich freue mich schon auf den nächsten bevorstehenden längeren Ausflug im November.

Ich bin gespannt wohin es mich dann zieht und mit wem.

Bis dahin liebe Grüße aus Neuseeland!
Eure Lena

Es ist wieder soweit! Die letzte Woche brachte mir viele neue Eindrücke und somit habe ich neue Geschichten zu erzählen und einige Bilder zu präsentieren.

 

Beginnen wir doch mit meiner Zugfahrt von Pukerangi nach Dunedin. Da es Freitag war und ich meinen freien Tag hatte, war ich wieder einmal auf dem Weg nach Dunedin. Diesmal jedoch nicht mit dem Auto, sondern mit der alten Eisenbahn auf dem Taieri Gorge Railway, einer der insider Tipps aus dem Reiseführer. Die alte Bahnstrecke führt direkt am Taieri River entlang, welches sich durch eine Schlucht bis nach Dunedin schlängelt. Aufgrund hervorragendem Wetters und zwei netten amerikanischen Reisebegleitern(zwei Studenten, welche zuvor mit der Cycle Surgery auf dem Otago Central Railtrail unterwegs waren und nun zurück nach Dunedin zur Universität mussten), vergingen die zwei Stunden Bahnfahrt wie im Fluge. In Dunedin selbst erledigte ich einige Einkäufe und wurde abends von Dave abgeholt, da Brianna und Cody nach ihrem Hockeytraining in der Stadt sowieso mit zu uns mussten.

https://www.taieri.co.nz/

Diese Woche war nun also die erste für mich mit drei Kindern im Haus. Auch wenn das Haus so voller ist(was mehr Dreck und Wäsche bedeutet) ist es zum einen eine Entlastung, da Brianna und Cody mir helfen Jules zu bespaßen und es ist durchgehend sehr Unterhaltsam. Mit Brianna und Cody komme ich super zurecht und laut Dave sind sie glücklich(vor allem Brianna) nun eine „große Schwester“ zu haben. Wir unternehmen viele coole Dinge. Da ich unbedingt ein Rugbyspiel sehen wollte, fuhren Dave und die Kids mit mir ins Forsyth Stadium (Wir waren schon in Dunedin zum Lunch mit Daves Eltern verabredet, da in Neuseeland Vatertag war). Wir schauten das Spiel Otago gegen Hawke’s Bay. Auch wenn Otago knapp(19:20) verloren hat war es ein Erlebnis Wert!

https://www.forsythbarrstadium.co.nz/

Wenn ich Feierabend habe sind Pip und Dave die meiste Zeit damit beschäftigt mich herauszufordern. Einerseits sprachlich, da sie mich gerne mit meinen „Fehlern“,natürlich auf eine lustige Art und Weise, aufziehen und andererseits Körperlich. Vor allem Dave liebt es mir meine Sprachfehler/Missverständnisse immer und immer wieder vorzuhalten, besonders wenn wir Besuch von Murray haben(Truckfahrer, der uns kostenlos Holz für den Kamin liefert und als Gegenleistung lebenslang freien Kaffee erhält und deswegen jeden Abend gerne vorbeikommt).

Somit kommen wir auch gleich zu meinem ersten Missgeschick:

Aufgrund des Kiwi-Akzents und dem täglichen bis zu drei maligen gucken des Bee-Movies(beste Methode um Jules ruhig zu stellen) nannte ich Murray für einige Tage unabsichtlich Berry(Name der Biene aus dem Bee-Movie). Als Dave dies hörte musste er herzlich lachen und wiederholte für mich Murrays richtigen Namen. Ich verstand nun jedoch Mary und war etwas verwundert darüber, dass manche Neuseeländer Frauennamen besitzen. Als Dave dies wiederrum zu Ohren bekam wurde die Story gleich weitergetragen und Murray schenke mir am darauffolgenden Besuch seine Visitenkarte. Ich musste also einen Moment voll Scham und lautem Gelächter über mich ergehen lassen. Seither bekomme ich jedes Mal, wenn mir Dave oder Pip wen neues Vorstellen, zu hören: „Dies ist …, du kannst ihn aber auch einfach Berry nennen.“

Des Weiteren ist es Angewohnheit der Thomsons die dreckigen Windeln in den Kamin zu werfen. Als ich Pip nach dem Windeln wechseln also Fragte ob ich die Windeln in den „Oven“ werfen soll, ertönte direkt ein lautes Lachen und die Gegenfrage: „In the oven or the fire?“ Auch diese Geschichte wird mir gerne vorgehalten, wenn der Backofen an ist und ich gefragt werde, was es denn heute Abend zu Essen gibt. Beide Gasteltern freuen sich schon immer über neue typische „deutsche Missverständnisse“. Zu meiner Verteidigung kann ich jedoch sagen, dass ich ziemlich gut darin bin Dave zurück zu sticheln und er mittlerweile Angst hat, dass ich nach den 10 Monaten besser im „teasen“ bin als er.

Körperlich spornen sie mich neuerdings(ohne es zu wissen)an, Langstrecken zu laufen. Donnerstag haben wir Oma auf der Farm besucht und Pip hat mir vorgeschlagen die 9km zurückzujoggen, da ich sowieso noch Sport treiben wollte. Nachdem Dave mit Brianna und Cody auf dem Tennisplatz der Farm mehrere Runden gespielt hatten, machten sie sich auf den Heimweg Richtung Middlemarch. Ich war zuvor schon losgejoggt und nur noch einen Kilometer von zuhause entfernt, als sie sich von hinten im Auto anschlichen(ohne dass ich es merkte, da ich Musik hörte) und laut auf die Hupe drückten. Ich machte einen riesen Sprung in den Graben und Dave und die Kids hatten Spaß dabei mich auszulachen und im Schritttempo, mit offenem Fenster, neben mir herzufahren und mich anzufeuern. Schon zwei Tage zuvor hatte ich mich morgens um sechs aus dem Bett gequält und auf den Weg gemacht, eine Runde im Sonnenaufgang zu Laufen. Auch dort legte ich stolze 8km hinter mich und trudelte nach einer Stunde Zuhause wieder ein. Ich hoffe ich kann genug Motivation aufbringen dies beizubehalten um weiterhin eine Menge Cookies zu verschlingen und um abends lecker Essen zu kochen.

Auch dieses Wochenende sollte geprägt von viel Bewegung und gutem Essen sein. Donnerstagabend bereitete ich eine Auflaufform voll Lasagne vor(Da Pip die Neuseeländische mit Käsesauce nicht zubereiten konnte, da der Käse alle war), welche am nächsten Tag samt den Kindern ins Shuttle gepackt  und Richtung Wanaka transportiert wurde. Begleitet wurden wir von Hunter(Codies bestem Freund) und seinem Onkel Blair. Dieses Wochenende war also mein erstes freies Wochenende am Stück und ich war auf dem Weg, mit meiner Familie und einigen anderen Leuten, zum Schoolskitrip nach Cardrona.

Auf unserem Weg fuhren wir durch viele Ortschaften, in denen meine Gasteltern Kunden in Hotels einbuchen, da unsere Strecke direkt am Central Otago Railtrail entlang führte. Wir passierten also einige alte Goldgräberdörfer und machten eine kleine Pause in Clyde(Ende des Railtrails) um zwei Bekannten „Hallo“ zu sagen. Nach drei Stunden Fahrt kamen wir in Wanaka an.

Pip hatte uns ein Motel gebucht, was für mich eher einer Ferienwohnung glich. Wir packten unsere Koffer aus und ich begab mich auf eine kleine Ortserkundung. Ich muss sagen: Mir gefällt Wanaka richtig gut! Der Ort liegt an einem See(auf den wir direkten Blick aus unserer Wohnung hatten) und ist voller junger Leute die ebenfalls zum Skifahren oder Snowboarden dort sind. Wanaka hat somit auch viele kleine Lädchen, Bars und Restaurants. Nach meiner Ortserkundung gab es dann die selbstgemachte Lasagne(nach meinem Rezept, was Pip besser schmeckte als das Neuseeländische)und anschließend ging es früh ins Bett, da die Kinder ihre Skistunde um 8:30 Uhr begannen und Jules im Playcentre abgegeben werden musste.

Dies bedeutete, morgens um sechs von Jules, der uhrplötzlich in deinem Bett sitzt, geweckt zu werden um dann, nach einem leckeren Frühstück, 20 Minuten nach Cardrona ins Alpin Resort zu fahren. Zu meiner Verwunderung gibt es in Neuseeland keinen Lift der dich vom Tal auf den Berg bringt, nein, du fährst mit dem Auto selbst, in Serpentinen, hoch bis zur Spitze des Berges(Am zweiten Tag mussten wir Schneeketten anbringen, da die Strecke durch den Neuschnee ziemlich vereist war). Erst auf der Bergspitze beginnt der Schnee, die Pisten sind eher kurz, jedoch sehr breit, da auf den Bergen keine Bäume wachsen. Der Schnee war super, vor allem aufgrund des Neuschnees am zweiten Tag. Ich kann aber verstehen, dass die Neuseeländer meistens nur übers Wochenende Skifahren gehen, da man nach einem Tag alle Pisten gefahren ist und sieben Tage Skifahren ziemlich langweilig werden würde. Trotz deutlicher Unterschiede zu Österreich und sehr starkem Wind, hatten die Kids und ich sehr viel Spaß!

Abends, zurück in Wanaka, bestellten wir uns lecker Essen beim Thailänder und fielen auch diese Nacht in einen tiefen Schlaf. Am Sonntag ging es dann zum zweiten Mal auf die Skipiste. Selbe Zeit, selber Ort. Um halb 4 trafen wir uns alle an der Resort Basis um die Skier und Snowboards zurückzugeben und um dann zurück nach Middlemarch zu fahren. Das Wochenende war super schön aber nun sind wir auch alle sehr erschöpft!

https://www.cardrona.com/

Gerade liege ich mit Muskelkater und einer verspannten Schulter im Bett. Dave und Pip genießen eine Badewanne(da sie sich mindestens genauso verspannt fühlen), Jules liegt in seinem Bettchen und Cody und Brianna wurden bei ihrer Mum abgeliefert. Codes und Nannies sehe ich also erst in 11 Tagen wieder und bei Euch melde ich mich sicher schon ganz Bald!

Gute Nacht und ganz viele liebe Grüße nach Deutschland!

Eure Lena

1 | 2 >>