Und somit ist eine weitere Woche im Norden Neuseelands vergangen und mir liegt nur noch eine Woche zum Reisen bevor. Ich hatte eine unglaubliche vergangene Woche die soeben zu ende gegangen ist, also lass ich doch alles noch einmal Revue passieren.
Nachdem ich morgens um 4:00Uhr im Hostel in Tauranga aufgestanden war um Fußball zu gucken (Germany-France), welches sich ja sehr gelohnt hatte, machte ich mich mittags, nach Verabschiedung von Wanda und Tobi, auf den Weg nach Whakatane. Whakatanie liegt östlich von Tauranga an der Bay of Plenty und ist wohl eher eine Sommerdestination, doch ich hatte mich in die White Island Explorer Tour eingebucht, welche ich am nächsten morgen früh beginnen sollte. Auch dieses Mal traf ich interessante und nette Menschen in meinem Hostel. Somit verbrachte ich meine nächsten zwei Nächte nicht ganz so gelangweilt, wohl eher unterhaltsam mit Fernseh schauen und netten Unterhaltungen mit einem 27 Jährigen Neuseeländer, welcher Free Climb Instructor ist und schon fast die ganze Welt bereist hat um adrenalinreichen Abenteuern hinterher zu jagen.
Am Sonntagmorgen ging es dann ab aufs Boot um White Island, mehrere Kilometer von der Küste gelegen, zu erkundigen. Die 80 minütige Bootsfahrt gestaltete sich eher ruhig und ohne starken Wellengang doch mit guter Aussicht! Überraschender Weise sollten wir diesen Tag auch Begleitung von mindestens 50-60 Delphinen bekommen, die mit unserem Boot für ein gutes Stück mitschwammen. Auf White Island angekommen, bekamen wir alle „Hardhats“ und „Gasmasks“, da ich erwähnen muss, dass White Island, die einzige aktive Vulkaninsel in Neuseeland ist. Hier bekamen wir nun eine 2 Stündige Tour um die Insel herum und an den Hauptkrater. Auf unserem Weg sollten wir Sulfur zu probieren bekommen und durften zwei „Fresh-Water-Streams“ austesten. Am Ende der Tour angekommen ging es zurück aufs Boot, auf dem es dann Lunchpacks gab und wir uns nun wieder auf den Weg zum Hafen nach Whakatane begeben konnten.
Montagmorgen schnappte ich mir dann den Bus und fuhr nach Rotorua um mich mit Brittany wieder zu treffen. Und hier befinde ich mich im Moment immer noch, man kann also sagen: Ich fühle mich hier sau wohl! Das Hostel, Blarney’s Rock Backpacker, ist super gemütlich und gut ausgestattet! Auch hier sollte man wieder nette Bekanntschaften machen, bei denen man am Ende herausstellt, dass man diese sehr vermissen wird! Angekommen in Rotorua ging es für Brittany und mich in den Hobbiton Tour Bus um nach Matamata zu fahren und das Hobbitreich zu betreten. Auch hier hatten wir eine 2 Stündige Tour mit anschließendem freiem Bier im „Dragon-Inn“, Neuseelands meist Besuchtem Pub.
Am Abend zurück im Hostel angekommen, trafen wir dann Sean, 24 Jahre alter Amerikaner aus California. Mit ihm verstanden wir uns den Abend und die halbe Nacht beim Karten spielen und Gin trinken so gut, dass wir den nächsten Tag zusammen auf Erkundungstour in Rotorua gingen. Am Abend hatten wir dann geplant das Polynesian Spa zu besuchen, doch aufgrund von horrenden Preisen, verwarfen wir den Gedanken ganz schnell wieder. Dies bekam Tom zu hören, 27 Jahre alter Engländer, welcher uns dann anbot zu einem anderen Spa zu fahren, da er ein Auto besaß und auch „keen“ war ein abendliches Bad zu nehmen. Da die anderen Spas jedoch ebenfalls sehr überteuert waren bekamen wir nach einigem recherchieren einen Geheimtipp zu hören. Dies bedeutete: Badesachen anziehen, ab ins Auto und los! Nach 30 minütiger fahrt bogen wir laut Wegbeschreibung auf eine mit Schlaglöchern übersehte „Gravelroad“ ab, welche uns nach 2,2km zu einem kleinen Parkplatz führte. Nun stapften wir also im stock dunkeln durch den Wald und endeten an einem unbeschreiblich wundervollem und magischen Ort. Der sich durch den Wald schlängelnde Fluss, viel nun einen Wasserfall hinunter und bildete darunter einen großen Pool. Aufgrund der sehr dünnen Erddecke in Rotorua und Umgebung war der Naturelle Pool also ca. 27°C warm. Unglaublicher Abend! Wir vier genossen ein 2 Stündiges, warmes Bad „in the middle of nowwhere“ unter einem Wasserfall in eisiger kälte und im stock dunklen. Unbeschreiblich!
Hiermit waren wir vier unzertrennlich für die nächsten gemeinsamen Tage. Gestern begaben wir uns auf kleinere Wanderungen zu Wasserfällen und Seen. Auch hier sollten wir unseren Spaß haben. Da Sean in den 7°C kalten Trout Pool auf unserer Wanderung springen wollte, konnte ich es auch nicht länger abwarten und sprang hinterher, welches Brittany nach einiger Überzeugungskraft dann auch tat. Nur Tom konnte das kalte Wasser nicht überzeugen. Am Abend ging es dann mit einigen Biers an unsere Geheimstelle, die wir für die ersten Minuten nicht für uns alleine hatten doch als es so all mehlig dunkel wurde, konnten wir auch diesen Abend, diesmal mit der 22 Jährigen Französin Agath im Schlepptau, das Baden genießen. Nach Glorreichem 7:1 für Deutschland, war ich gestern in so guter Laune, dass ich nach dem Baden für alle Dinner kochte. Lasagne und Apple Crumble für Dessert. Mit viel Wein und anderen Spirituosen, sehr lustigen Trinkspielen, feiern im Lava Club und viel Spaß und guten Unterhaltungen, begaben wir uns dann morgens um halb 6 ins Bett. Doch alle tollen Zeiten gehen auch einmal vorüber, sodass wir uns heute Morgen voneinander verabschieden mussten, da jeder seine eigenen Pläne verfolgt und weiter reist.
Ich denke dies ist das tolle oder auch traurige am Reisen. Man lernt viele interessante und besondere Menschen kennen und da man das gleiche erlebt und durchmacht, ist man sehr offen miteinander und unternimmt Sachen, die man normalerweise niemals mit „fremden“ Leuten unternehmen würde. Dies sind Freundschaften, die sich schnell bilden, für kurze Zeit unglaublich sind und so schnell aufhören wie sie angefangen haben. Man hat gemischte Gefühle und ist traurig wenn die Zeit vorbei ist, doch man hat tolle Geschichten zu erzählen und Momente in Erinnerung, die mit diesen Bekanntschaften nur umso unglaublicher werden und ich denke dies ist der Sinn am Reisen. Jeder Ort Erinnert mich nun an eine andere Geschichte voller Erlebnisse und Bekanntschaften und dies macht das Reisen interessant. Ich freue mich auf meine letzte Woche auf der Nordinsel aber auch auf meine Familie in den darauf folgenden Tagen, da ich diese sehr vermisse!
Bis Bald!
Eure Lena